Patenschaft für die Stolpersteine der Familie Cohen

Das Gymnasium An der Stenner übernimmt die Patenschaft für die Stolpersteine der Familie Cohen

Stolpersteine

„Ein Symbol des Gedenkens [] aber auch ein Mahnmal,

über das man mit den Augen stolpern soll.“

 

Am 21.03.2025 wurden in Iserlohn in der Wemingserstraße 5 die Stolpersteine der Familie Cohen verlegt: Sie sollen an das tragische Schicksal von Amalie, Johanna, Hermann, Franziska, Ilse und Erich Cohen erinnern, die durch das Nazi-Regime ermordet worden sind. Lediglich Ilse Cohen, die auch Schülerin unserer Schule war hat überlebt.

Wir sind stolz darauf, dass wir als Schule die Patenschaft für die Stolpersteine übernehmen dürfen und haben aus diesem Grund eine Feier am 20.03.2025 durchgeführt und die Verlegung am 21.03.2025 gestaltet.

SchülerInnen der EF und der 6. Klasse haben das Schicksal der Familie Cohen neu ermittelt und intensiv recherchiert – was viele Stunden im Archiv bedeutete. “Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name erlischt.” Gegen dieses Vergessen konnten wir ein Zeichen setzen. Die Geschichte der Familie Cohen dient nicht nur als Mahnmal für die Vergangenheit, sondern auch als Erinnerung für die Gegenwart.

Wie der Schüler Omar (EF) in der Feier sagte, ist ein Stolperstein „ein Symbol des Gedenkens, es ist aber auch ein Mahnmal, über das man mit den Augen stolpern soll.“

Die SchülerInnen haben nicht nur über das Leben der Familie Cohen berichtet, sondern auch darüber, was das für sie als SchülerInnen bedeutet. Wie bewegend es ist, wenn man Details wahrnimmt, die aus dem bekannten Umfeld kommen. Bilder einer Straße, in die die Familie zunächst innerhalb Iserlohns zwangsumgesiedelt wurde etc.

„Den Verstand zu erziehen, ohne das Herz zu erziehen,

ist überhaupt keine Bildung“. (Aristoteles)

 

Frau Zechmeister (Fachvorsitzende Geschichte) und Frau Knabe (Schulsozialarbeiterin), die die Feierlichkeiten schulischerseits organisiert haben und Herr Schmoldt (Schulleiter) haben ebenfalls die persönliche Sicht und den Bezug zur Gegenwart hergestellt.

Bürgermeister Joithe sprach vielen aus den Herzen, als er sagte, dass die Stolpersteine“ das Gedenken in den öffentlichen Raum tragen und ein wichtiger Teil der Erinnerungskultur sind, dass so etwas nie wieder geschehen darf.“

Die Veranstaltung wurde gerahmt durch ein Musikprogramm, gestaltet von SchülerInnen, Lehrkräften und MitarbeiterInnen unter der Leitung von Frau Tenbrüggen und Herrn Lütz.

Anwesend waren neben den erwähnten Personen, die Bundestagsabgeordnete Frau Lugk, der Landtagsabgeordnete Herr Schick und viele weitere Vertreter aus Politik und Kultur, sowie SchülerInnen, Eltern, Lehrkräfte und MitarbeiterInnen.

Die Schule dankt an dieser Stelle allen Beteiligten, insbesondere den SchülerInnen, Frau Zechmeister und Frau Knabe, Herrn Simon (Jugendarbeit der Stadt Iserlohn), Herrn Quaschny (Stadtarchiv der Stadt Iserlohn) und der Stiftung – Spuren – Gunter Demnig.

 

Erinnern wir uns

Beim Aufgang der Sonne und bei ihrem Untergang

 

erinnern wir uns an sie;

Beim Wehen des Windes und in der Kälte des Winters

 

erinnern wir uns an sie;

Beim Öffnen der Knospen und in der Wärme des Sommers

 

erinnern wir uns an sie;

Beim Rauschen der Blätter und in der Schönheit des Herbstes

 

erinnern wir uns an sie;

Zu Beginn des Jahres und wenn es zu Ende geht,

 

erinnern wir uns an sie;

Wenn wir müde sind und Kraft brauchen,

 

erinnern wir uns an sie;

Wenn wir verloren sind und krank in unserem Herzen

 

erinnern wir uns an sie;

Wenn wir Freude erleben, die wir so gern teilen würden

 

erinnern wir uns an sie;

So lange wir leben, werden sie auch leben,

denn sie sind nun ein Teil von uns, wenn wir uns an sie erinnern.

 

Aus einem Jüdischen Gebetbuch